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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:30 

Registriert: 20.06.2007, 00:27
Beiträge: 227
Wohnort: der hohe Norden :-)
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Auslöser einer Frühgeburt kann auch eine OP im Mutterleib sein. Dieses Verfahren, bekannt auch unter dem Begriff " Fetalchirurgie " oder " Fötalchirurgie " kann Lebensrettend sein.

Auch bei anderen Erkrankungen oder Behinderungen gibt es diverse Möglichkeiten diese nicht nur Pränatal festzustellen sondern auch zu behandeln! Angefangen bei der Wahl der richtigen Klinik über eine kleine Injektion bis hin zur vorgeburtlichen Operation!

Was aber wenn es schwere, evtl. sogar tödliche Erkrankungen sind?
Viele Eltern und auch Ärzte wissen nicht, dass es diese Möglichkeit, die sogenannte Fötalchirurgie (auch Fetalchirurgie oder vorgeburtliche Operation genannt) inzwischen überhaupt gibt! Das hat in erster Linie wohl den Grund, das OPs dieser Art offiziell noch als "in Erprobung befindliche Behandlungsverfahren" gelten! Um diese OP durchführen zu können ist es nötig dass nicht nur Situationsbedingt und unter genauester Berücksichtigung des Krankheitsbildes entschieden wird, sondern auch eine Genehmigung der Ethik-Komission vorliegt.

Dieses Verfahren ist ein notwendiger Standard, wie er auch bei sämtlichen anderen neuartigen Behandlungsmethoden (wie beispielsweise Organtransplantationen, komplizierte erste Eingriffe am Herzen) durchgeführt werden musste. So ist es mittlerweile grundsätzlich möglich, verschiedenste Fehlbildungen wie Beispielsweise Spina Bifida, Kehlkopf -und Luftröhrenverschlüsse, Zwerchfellhernien und einiges mehr schon vor der Geburt zu behandeln. Dies ist im Grunde schon seit mehreren Jahren der Fall, eingeführt in Amerika. Hier begannen die Mediziner, Föten im Mutterleib zu behandeln/operieren, indem sie den Bauch der schwangeren öffneten und so die OP durchführen konnten.

Beispiel Spina Bifida / Offener Rücken
Bei einer Spina Bifida, dem offenen Rücken, kann Fruchtwasser in der Schwangerschaft ungehindert an die Organe so dass sie schwere Schädigungen nach sich ziehen können. Die Folge sind meist Lähmungserscheinungen und Empfindungstörungen im Bereich der unteren Extremitäten sowie Störungen der Entleerungsfunktion von Blase und Darm. Bei der vorgeburtlichen OP wurde eine Art "Flicken" auf die offene Stelle gesetzt so dass die Organe vor dem Fruchtwasser geschützt sind. Durch Verwendung eines nun neuen Flickenmaterials erscheint inzwischen bereits ein vollständiger Verschluss der Spina bifida durch die fetoskopische Methode erreichbar.

Beispiel Kehlkopfverschluß
Kehlkopfverschlüsse, die dazu führen dass das Kind nicht atmen kann sind unbehandelt fast ausnahmlos tödlich. Während der Schwangerschaft bildet sich in der Lunge des Kindes Flüssigkeit, die durch den verschlossenen Kehlkopf nicht abfließen kann. Dadurch werden die Lungen größer und drücken auf das Herz, hindern es somit am Wachstum und im schlimmsten Fall schlägt es irgendwann nicht mehr. Hier kann der Kehlkopf vorgeburtlich eröffnet werden, um den "Stau" in den Lungen zu lösen. Unter der Geburt kann dann eine Tracheotomie durchgeführt werden so dass das Kind atmen bzw. beatmet werden kann.

Methode
Mittlerweile gibt es eine schonendere Methode, bei der nicht mehr der Bauch geöffnet werden muss, sondern lediglich drei kleine Röhrchen (Trokare oder Fetoskop genannt), durch den die OP-Instrumente geschoben werden können, Zugang zum Kind verschaffen. Ein wichtiger Schritt der langfristig dazu führt dass das Frühgeburtenrisiko immer mehr eingedämmt werden kann. Schon heute schaffen es die Kinder oft bis zur 30. Schwangerschaftswoche. Keinesfalls verwechseln sollte man diese Möglichkeit mit einer Art "Wunderheilung", vielmehr ist es als eine Chance, eine Möglichkeit zu sehen. Eine Möglichkeit bei sehr schweren Erkrankungen die Lebensqualität deutlich zu verbessern oder gar das Leben des Kindes zu retten.

Ausführliche Informationen zu vorgeburtlichen Behandlungen findest Du im
:arrow: DZFT


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:33 

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Wohnort: der hohe Norden :-)
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Vorgeburtlich behandelbare Erkrankungen / Fehlbildungen:

Zwillingserkrankungen

Herzerkrankungen
  • Steißbeinteratome mit Herzversagen
  • Herzrasen mit Herzversagen
  • Verengungen des fetalen Aortenbogens
  • Unterentwicklung der linken Herzkammer
  • Verengungen / Verschluss der fetalen Aorten- und Pulmonalklappe
  • Verengungen / Verschluss des Foramen ovale
  • Fallot-Tetralogie

Ausserdem

Ausführliche Informationen des gesamten Spektrums im :arrow: DZFT


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:37 

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Zwerchfellhernie

Eine Zwerchfellhernie wird nach der Geburt bei einem von 2500 Kindern beobachtet. Häufig tritt sie isoliert, das heisst ohne weitere Fehlbildungen auf. Durch den fehlenden Verschluss des Zwerchfells sind Bauch und Brusthöhle nicht voneinander getrennt, so dass die Verlagerung von Bauchorganen, wie Magen, Milz und Darm, in die fetale Brusthöhle begünstigt wird. Hierdurch werden insbesondere die Lungen Ihres Feten zusammengedrückt und in schweren Fällen lebensbedrohlich in ihrer Entwicklung behindert.

Mehr Info:
:arrow: Zwerchfellhernie

in Zusammenarbeit mit
:arrow: http://www.ecmo-mannheim.de/


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:38 

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Offener Rücken, Spina bifida aperta,Myelomeningocele, Myeloschisis

Der offene Rücken ist die häufigste Ursache angeborener Körperbehinderung und wird nachgeburtlich bei einem von 3000 Kindern beobachtet.Die Erkrankung entsteht durch einen fehlenden Verschluss von Rückenmark und Wirbelbögen in der Frühschwangerschaft und tritt meistens in Höhe der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins auf.

Durch Ultraschall-Untersuchungen, allein oder in Kombination mit dem Nachweis erhöhter Alpha-1-Feto-Protein-Konzentration im mütterlichen Blut und/oder Fruchtwasser, lässt sich der offene Rücken schon sehr früh in der Schwangerschaft sicher feststellen. Häufig sind die Beobachtung eines verringerten Schädelumfangs sowie der Hirnkammererweiterung durch die begleitenden Gehirnfehlbildungen in der Ultraschalluntersuchung wegweisend für die Diagnose.

Mehr Info:
:arrow: Spina Bifida


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:39 

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Zwillingstransfusionssyndrom / Fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS)

Bei der Mehrzahl eineiiger Zwillingsschwangerschaften werden beide Feten von nur einem Mutterkuchen versorgt. In ungefähr 15% der Fälle ist über abnorme Gefäßverbindungen auf dem Mutterkuchen eine Blutverschiebung von einem der Feten (Donor) zum anderen Feten (Rezipient) möglich (Feto-Fetale Transfusion). Hierdurch kommt es in schweren Fällen zu ausgeprägten Wachstumsproblemen des Donor-Feten und zu Kreislaufproblemen des Rezipient-Feten, so dass für beide ein hohes Risiko besteht, schon vor der Geburt versterben. Durch die gleichzeitig ausgeprägte Mehrproduktion von Fruchtwasser durch den Rezipientfeten leidet die Mutter nicht nur an ihrem schmerzhaft gespanntem Bauch, Rückenschmerzen und Atemnot, sondern bestehen auch die zusätzlichen Gefahren eines vorzeitigen Blasensprungs und einer Frühgeburt.

Mehr Info:
:arrow: FFTS


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:41 

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Kehlkopf- und Luftröhrenverschlüsse

Larynxatresie bezeichnet einen totalen Verschluss des Kehlkopfes, der unbehandelt in den meisten Fällen bereits in der Schwangerschaft tödlich endet.

Unter anderem ist eine Atresie des Larynx verantwortlich für fetales CHAOS (Congenital High Airway Obstruction Syndrome).
Beim Ungeborenen wird eine ausgeprägte Ergussbildung in den Lungen sowie Aszites beobachtet. Der Verschluss verhindert den Rückfluss der sich anstauenden Flüssigkeit und führt dazu, dass die Lungen sich unnatürlich vergrößern und das Herz am weiteren Wachstum hindern und verdrängen.

Bei einer Larynxatresie ist eine Tracheotomie unumgänglich. Teilweise wird eine fetalchirurgische Behandlung durchgeführt.

Mehr Info:
:arrow: Kehlkopf- und Luftröhrenverschlüsse
:arrow: Tracheotomie bei Kindern


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:44 

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Steißbeinteratome mit Herzversagen

Das Steißbeinteratom ist die häufigste Manifestation von Keimzelltumoren des Kleinkindesalters. Es bezeichnet einen Fehlbildungstumor im Bereich des fetalen Pos, welches bis in das Becken des Ungeborenen vorwachsen kann.

Auswirkungen
In über 90% der Fälle sind sie gutartig, neigen jedoch dazu, bösartig zu werden. Sie bilden sich am unteren Ende der Wirbelsäule und können bis zur Geburt bereits kindskopfgroß sein. Eine Untergruppe dieser Tumoren wird so stark durchblutet, dass hierdurch ein schweres fetales Herzversagen bis hin zum Versterben des Ungeborenen auftreten kann.

Vorgeburtlich kann mittels fetaler Chirurgie zwischen der 20. bis zur 32. Schwangerschaftswoche eine Verminderung der Tumordurchblutung und eine Verbesserung der Kreislaufsituation erreicht werden. Sofern keine vorgeburtliche Behandlung erfolgte, wird es unmittelbar nach der Geburt operativ entfernt.

Mehr Info:
:arrow: Steißbeinteratome mit Herzversagen


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BeitragVerfasst: 27.11.2010, 13:45 

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Fetales CHAOS
Beim fetalen CHAOS (congenital high airway obstruction syndrome) kommt es zu Störungen der Lungenentwicklung mit begleitender Herzschwäche während der Schwangerschaft, ausgelöst durch einen Verschluss der oberen Atemwege.

Auswirkungen
Während der Schwangerschaft bildet sich stets Flüssigkeit in den Lungen des Ungeborenen nach. Bedingt durch den Verschluss kommt es zu Stauungen, so dass das Lungenvolumen unnatürlich größer wird und in Folge das Wachstum und die weitere Entwicklung des Herzens verhindert.

Auch eine Aszites (Wasseransammlungen im Bauchbereich, "Bauchwassersucht") wird beim fetalen CHAOS häufig beobachtet.

Therapie
Mittels der Fötalchirurgie kann versucht werden, die oberen Atemwege noch während der Schwangerschaft wieder zu öffnen, um Herz und Lunge zu entlasten. Mit einem spezialisierten Entbindungsverfahren (EXIT Procedure) unter Einbeziehung von Anästhesisten, Neonatologen, Hals-Nasen-Ohren Ärzten und Geburtshelfern besteht die Möglichkeit, die Beatmungstherapie einzuleiten. Unbehandelt ist diese Erkrankung fast ausnahmslos tödlich.

siehe auch Kehlkopf -und Luftröhrenverschlüsse


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