Jahrelang mussten sich Paare für die Präimplantationsdiagnostik ins Ausland davonstehlen. In Zukunft ist das Verfahren in Deutschland erlaubt – unter strengen Auflagen.Meist um das 40. Lebensjahr herum ändert sich für Menschen mit Chorea Huntington das Leben. Bis zu diesem Zeitpunkt erscheint alles normal – doch dann entwickelt der Körper schleichend ein Eigenleben, Gliedmaßen zucken unkontrolliert, die Mimik verändert sich, und schließlich verändert sich die Psyche. Stellen die Ärzte dann die Diagnose, liegt ein Leidensweg von 15 bis 20 Jahren vor den Patienten. Stück für Stück haben sie dann ihre kognitiven Fähigkeiten eingebüßt. Die Krankheit endet immer tödlich.
Fünf von 100 000 Menschen leiden an der Erbkrankheit. Das Risiko, Chorea Huntington an Nachfahren weiterzugeben, liegt bei 50 Prozent. Die Chance auf ein gesundes Kind ist also vorhanden – die Hoffnung, mittels eines Tests Gewissheit zu erlangen, ist nachvollziehbar.
Nur 200 Fälle pro JahrFür diese und ähnliche Fälle kommt die Präimplantationsdiagnostik (PID) zum Einsatz. In Deutschland könnte sich ihre Zahl auf 200 pro Jahr belaufen – das ist ein Schätzwert aufgrund der Erfahrungen europäischer Nachbarstaaten, die eine PID zugelassen haben. Denn zwar ist theoretisch seit Juli 2010 auch in Deutschland die Untersuchung des Embryos zumindest nicht strafbar, doch es gibt bisher praktisch keine Kinderwunschzentren im Land, die den Test durchführen – aus Unsicherheit und unklarer Studienlage, oder auch einfach, weil die Labors nicht entsprechen ausgestattet sind.
Quelle und vollst. Artikel:
http://www.focus.de/gesundheit/baby/new ... 43756.html